200 Demonstrierende mit scharfer Munition getötet – Leichen verschleppt

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Moya Yarrahi

Seine Liebe hält mich fest...!

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Ein Arzt in Teheran berichtete von der Tötung von rund 200 Demonstrierenden bei den Protesten am Donnerstag, dem 8. Januar 2026 (18. Dey 1404). Er erklärte, Sicherheitskräfte seien in Krankenhäuser eingedrungen und hätten die Leichen der Getöteten verschleppt.

In ihrem Bericht über die Proteste am Donnerstagabend in Teheran sprachen Journalist:innen mit einem Arzt, einem Angehörigen der Sondereinheiten sowie mehreren politischen und sicherheitspolitischen Expert:innen und Analyst:innen.

Dem Bericht zufolge erklärte ein Arzt eines Teheraner Krankenhauses, Sicherheitskräfte hätten mit Maschinengewehrsalven auf Demonstrierende geschossen. Die Intensität der bewaffneten Angriffe sei so hoch gewesen, dass einige Protestierende sofort oder noch vor dem Erreichen eines Krankenhauses starben.

Zwar gaben einige Aktivist:innen die Zahl der Getöteten in Teheran mit 30 Personen an, doch es liegen Hinweise vor, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher ist.

Der iranische Arzt sagte gegenüber TIME:

„Am Freitag haben Sicherheitskräfte die Leichen aus den Krankenhäusern abtransportiert.“

Wenige Stunden nach Veröffentlichung des Berichts veröffentlichte die Website der deutschen Tageszeitung Die Welt eine Zusammenfassung und erklärte, man habe Hinweise erhalten, die die genannten Opferzahlen stützten. Demnach hätten Einheiten der Revolutionsgarden in Teheran mit Dauerfeuer auf die Bevölkerung geschossen.

Die Welt betonte zugleich, dass eine vollständige Verifizierung der Opferzahlen aufgrund von Internetsperren im Iran und der mangelnden Transparenz staatlicher Stellen schwierig sei. Dennoch erscheine es gesichert, dass staatliche Kräfte in Teheran und anderen Städten scharfe Munition gegen Demonstrierende eingesetzt hätten.

In einem weiteren Teil des Berichts zitierte TIME einen Angehörigen der Sondereinheiten, der von Verwirrung und massiven internen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Truppe sprach:

„Ich bin zu den Sondereinheiten gegangen, um ein festes Einkommen zu haben – nicht, um Menschen zu schlagen oder zu töten.“

Er fügte hinzu:

„Ich bin hier ein höherer Unteroffizier und weiß nicht, was vor sich geht. Alles wird geheim gehalten, und wir haben Angst vor dem, was kommt.“

Sowohl TIME als auch Die Welt verwiesen auf Warnungen von Donald Trump an die Islamische Republik, das Töten von Demonstrierenden zu beenden. Beide Medien schrieben zudem, die iranische Regierung sei nach dem zwölftägigen Krieg mit Israel militärisch und sicherheitspolitisch erheblich geschwächt.

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