Seine Liebe hält mich fest...!
Die französische Tageszeitung „Libération“ berichtet in einem ausführlichen Artikel über das Ausmaß der Niederschlagung der Proteste im Januar 2026 und zitiert dabei medizinisches Personal. Demnach sind selbst eine Woche nach dem Massaker an den Demonstrierenden viele der Getöteten noch immer nicht beerdigt worden, während Verletzte heimlich in Wohnungen und provisorischen Schutzräumen medizinisch versorgt werden.
Der Bericht verweist auf veröffentlichte Bilder der Leichen getöteter Demonstrierender im forensischen Zentrum von Kahrizak.
Laut Libération bemühen sich die Behörden der Islamischen Republik, diese humanitäre Krise so schnell wie möglich zu beenden, indem sie Beweise für das Massentöten von Demonstrierenden vertuschen und die Lage im Land als „normal“ darstellen.
In dem Artikel wird zudem ein Tierheim im Süden Teherans erwähnt, das sich inzwischen in eines der geheimen Behandlungszentren für verletzte Demonstrierende verwandelt hat. Dort heißt es:
„Verletzte Demonstrierende – überwiegend junge Menschen unter 30 Jahren – werden auf veterinärmedizinischen Operationstischen behandelt.“
Weiter zitiert Libération eine junge Krankenschwester, die berichtet, dass sich in der Krankenhaus-Leichenhalle Reihen von Leichen ohne Leichensäcke bis vor die Tür erstreckten und das Personal gezwungen gewesen sei, die Körper übereinander zu stapeln. Nach ihren Angaben sei das medizinische Personal angesichts der Menge der Leichen zutiefst schockiert gewesen.
In dem Bericht kommt außerdem ein Rettungssanitäter zu Wort, der erklärt, dass die Sicherheitskräfte der Islamischen Republik Waffen eingesetzt hätten, die deutlich von den üblichen Schrotwaffen der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ abweichen und vielmehr für die Jagd auf große Tiere wie Wildschweine bestimmt seien.
Ein weiterer Teil des Libération-Berichts widmet sich den tausenden Augenverletzungen in ganz Iran, bei denen Demonstrierenden in den Nächten von Donnerstag und Freitag, dem 8. und 9. Januar 2026, die Augen zerstört wurden.
Zuvor hatten bereits Ärzte und medizinisches Personal im Gespräch mit IranWire erklärt, dass aufgrund der extrem hohen Zahl an Verletzten und des akuten Zeitmangels bei der Behandlung vielen Betroffenen die Augen entfernt werden mussten.