Seine Liebe hält mich fest...!
„Sie liebte das Tanzen, sie liebte weiße und bunte Kleider. Sie liebte es, Gedichte zu lesen. Selbst in den schwersten Momenten ihres Lebens hatte sie ein Lächeln auf den Lippen. Für ihre Kinder war sie nicht nur eine Trainerin – sie war Freundin, Weggefährtin, Schwester.“
Mit diesen tränenreichen Worten beschreibt eine nahestehende Person Zeynab (Sahar) Fard – geboren im Mai 1988 in Varamin, ehemalige iranische Taekwondo-Meisterin sowie Pilates- und Fitnesstrainerin in Qarchak. Am 8. Januar 2026 (18. Dey 1404) wurde sie von Kräften der Islamischen Republik in der Nähe des Polizeiplatzes von Qarchak mit scharfer Munition erschossen.
Eine mit dem Fall vertraute Quelle berichtet IranWire, dass sie Verwandte, Freunde und Schüler stets gebeten hatte, sie niemals bei ihrem amtlichen Namen zu nennen – sie wollte immer nur „Sahar“ genannt werden.
Sahar begann ihre sportliche Laufbahn in der Kindheit mit Gymnastik. Später wechselte sie zum Taekwondo, wurde Provinzmeisterin von Teheran und Vizemeisterin auf nationaler Ebene und wurde sogar ins Trainingslager der iranischen Frauen-Nationalmannschaft eingeladen. Doch das radikale, religiös-enge Klima des Taekwondo-Verbandes unter der Leitung des Revolutionsgarden-Generals Mohammad Pouladgar wurde ihr zu erdrückend. Sie verließ den Verband und wandte sich dem Pilates- und Fitnesstraining für Frauen zu. Die entsprechenden Ausbildungen finanzierte sie selbst und begann anschließend als Trainerin zu arbeiten.
Eine nahestehende Person beschreibt sie als eines der leidenschaftlichsten und fleißigsten Mädchen, die sie je gekannt hat:
„Sie war unglaublich ehrgeizig. Sie begann ihren Tag mit Sonnenaufgang. Die meiste Zeit verbrachte sie im Fitnessstudio und hatte kaum Zeit zum Ausruhen. Selbst ihr Mittagessen und ihre kurze Pause machte sie dort. Die Studioleiter liebten sie. Sie war freundlich, warmherzig, fürsorglich zu ihren Schülerinnen – ohne jede Nachlässigkeit. Alle mochten sie.“
Sahar war in den Protesten im Januar 2026 sehr aktiv. Eine ihr nahestehende Person sagt gegenüber IranWire:
„Alle ihre Instagram-Storys in den letzten Tagen handelten davon, den Menschen Hoffnung zu geben und von Freiheit zu sprechen. Wann immer wir sie sahen, war sie energiegeladener und hoffnungsvoller als je zuvor. Deshalb nahm sie an fast allen Demonstrationen teil. Am 18. Januar ging sie noch einmal – und kam nie zurück.“
Am Abend des 18. Januar 2026, als sie sich gemeinsam mit einer großen Menschenmenge dem Polizeiplatz von Qarchak näherte, wurde sie von Scharfschützen ins Visier genommen. Die Kugel traf sie an der Schläfe und spaltete ihren Schädel. Sie gehörte zu den ersten Opfern der neuen Tötungswelle, die nach der vollständigen Abschaltung des Internets in Qarchak begann. Augenzeugen berichten, dass viele Menschen vor Schock nicht einmal mehr fliehen konnten, als Sahars Körper zu Boden fiel – und daraufhin selbst von weiteren Schüssen der auf den Dächern postierten Scharfschützen getroffen wurden.
Eine informierte Quelle berichtet, dass Sahar Jahre zuvor bereits ihre Schwester bei einem Unfall verloren hatte. Sie hatte einen Bruder und lebte bei ihren Eltern.
„Sie kämpfte immer für ein ganz normales Leben. Und sie wurde nie müde. Vielleicht konnte nur diese Kugel sie zum Anhalten bringen.“
Nachdem die Islamische Republik Sahar Fard, Pilates- und Fitnesstrainerin und frühere Taekwondo-Meisterin Irans, getötet hatte, blieb ihrer Familie nur ein einzelner, blutverschmierter weißer Turnschuh von ihr als Andenken.